Anwaltsgebühren von Wagner Pauls Kalb

Home Forum Fragen zum Gebührensatz Anwaltsgebühren von Wagner Pauls Kalb

Dieses Thema enthält 1 Antwort, hat 2 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 1 Jahr, 10 Monaten von Wagner Pauls Kalb aktualisiert.

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    Beiträge
  • #130
    s.erika75
    Teilnehmer

    Wie kann das sein, dass die Gebühren für die Kanzlei meinen Schuldenbetrag um mehr als das Doppelte erhöhen?

  • #132
    Wagner Pauls Kalb
    Super-Administrator

    Hallo s.erika75,

    einer Kanzlei ist es grundsätzlich nicht möglich Ihnen gegenüber ungerechtfertigt hohe Rechtsanwaltsgebühren geltend zu machen. Dies liegt daran, dass die Höhe der Rechtsanwaltsgebühren gesetzlich geregelt ist.

    So richten sich die Gebühren für Rechtsanwälte nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und können damit nicht willkürlich durch den Rechtsanwalt oder eine Kanzlei festgelegt werden. Dies steht in § 1 Absatz 1 RVG.

    Die Gebühren für Rechtsanwälte werden nach dem Wert berechnet, den der Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit hat. Dies steht in § 2 Absatz 1 RVG. Die Gebühren richten sich also nach der Höhe der Ihnen gegenüber erhobenen Forderung.

    Nun stellt sich aber in der Tat die Frage, warum die Gebühren deutlich höher liegen können, als die Ihnen gegenüber erhobene Forderung wert ist.

    Dies liegt an dem Umstand, dass die Gebühren nach dem Gesetz nicht gleichmäßig mit dem Wert der Forderung ansteigen, sondern vielmehr in festgelegten Sprüngen erfolgt. Bereits der erste Gebührensprung liegt erst bei 500,00 €. Dies steht in § 13 Absatz 1 RVG.

    Dies bedeutet, dass die Gebühren des Rechtsanwaltes gleich bleiben, egal ob der Rechtsanwalt eine Forderung in Höhe von nur 10,00 € oder eine Forderung in Höhe von 500,00 € geltend macht. Obwohl diese beiden Forderungen so erheblich auseinander liegen, ist die Gebühr für die Kanzlei nach dem Gesetz immer gleich.

    Dies führt zu dem – teilweise unfairen, aber gesetzlich festgelegten – Ergebnis, dass die Rechtsanwaltsgebühren (in dem vorgenannten Beispiel) einerseits das mehr als sechsfache der Forderung und andererseits gerade einmal ein Achtel der Forderung beträgt.

    Nur zur Klarstellung:

    Bei den Ihnen gegenüber erhobenen Rechtsanwaltsgebühren handelt es sich nicht um einen Anspruch, den die Kanzlei im eigenen Interesse, sondern lediglich im Auftrag des Gläubigers geltend macht.

    Die Rechtsanwaltskanzlei ist nämlich von einem Gläubiger damit beauftragt worden, die von dem Gläubiger behauptete Forderung Ihnen gegenüber geltend zu machen. Damit ist auch ausgeschlossen, dass sich die Kanzlei die Forderung selber ausgedacht hat. Aufgrund dieser Beauftragung muss der Gläubiger an die Rechtsanwaltskanzlei die Rechtsanwaltsgebühren bezahlen. Hierdurch entstehen dem Gläubiger also Kosten, die der Gläubiger als Schaden gegenüber dem Schuldner geltend macht.

    Stellen Sie sich vor, Sie schließen einen Kaufvertrag mit einem Herrn X. Dieser Herr X bezahlt Ihnen leider nicht den Kaufpreis. Darauf sehen Sie sich gezwungen, zu einem Rechtsanwalt zu gehen. Sie beauftragen diesen Rechtsanwalt, den Ihnen zustehenden Kaufpreis gegenüber Herrn X geltend zu machen. Aufgrund dieses Auftrages müssen Sie an den Rechtsanwalt eine Rechtsanwaltsgebühr bezahlen. Diese Rechtsanwaltsgebühr möchten Sie von Herrn X ersetzt bekommen und beauftragen daher Ihren Anwalt neben dem Kaufpreis auch die von Ihnen bezahlten Rechtsanwaltsgebühren gegenüber Herrn X geltend zu machen.

    An diesem Beispiel sehen Sie, dass uns nicht daran gelegen ist, auch nur irgend einen Schuldner ungerechtfertigt in Anspruch zu nehmen. Wir werden ausschließlich im Auftrage des Gläubigers tätig.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wagner Pauls Kalb

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